Herkunft
Aus der Klangweberei Lindenau, Markneukirchen
Im vogtländischen Musikwinkel, wo seit dreihundert Jahren Geigen, Hörner und Harmonikas gebaut werden, fiel immer auch Abfall an: Töne, die beim Stimmen danebengingen, Nachhall, der nach Feierabend in den Werkstätten liegen blieb. Lange wurde er abends zusammengekehrt und weggeworfen. Erst Hedwig Lindenau kam 1952 auf den Gedanken, ihn aufzubewahren.
Heute knüpft ihre Enkelin Marlene in einem ehemaligen Proberaum über der Dorfkirche. Als Kette dient eine einzige, auf 440 Hertz gestimmte Saite; den Schuss trägt sie während der Proben des örtlichen Kammerorchesters von Hand ein. Für einen Teppich im Kammerformat braucht es rund 400 Stunden Musik, darunter mindestens eine vollständige „Winterreise“. Verspieler werden nicht herausgetrennt. Sie gelten im Haus als Patina.
Wer barfuß darüber geht, hört nichts. Wer sich hinlegt, hört alles. Die Lindenaus raten davon ab, ihn unter den Esstisch zu legen: Nach einigen Jahren kenne er sonst jedes Tischgespräch auswendig.
Warum wir es führen
„Seit er in unserem Konferenzraum liegt, hat niemand mehr den Ton angegeben. Er hat ihn einfach behalten.“
Die Geschäftsleitung